Zurück – das Gegenteil von Zukunft?

Irgendwie habe ich das Wort in letzter Zeit sehr oft gehört. Ob nun bei “Die Rückkehrer”, die Gegenshow zu “Den Auswanderern” oder auch an anderen Stellen. Das Wort steht für Rückschritt, für Altes und Bekanntes. “Wir gehen zurück nach Deutschland”, “Ich gehe zurück…” hat scheinbar immer was von “nicht geschafft”, “nicht gebracht” bzw. “nicht beendet” im Klang. Wo ist >zurück<? Einer der wenigen nicht definierten Orte auf der Welt ist jawohl >zurück<! Und so wenig man auch über dieses Wort, diesen Ort schreiben kann desto mehr drückt es doch das aus wonach man sich manchmal sehnt, davor Angst hat oder es besser nie gedacht hätte. Ist zurück wirklich immer zurück?
In dem Zusammenhang fällt mir die letzte “Die Rückkehrer” Show ein. Eine kleine Familie lebt auf einer spanischen Insel, Mutter, Vater,Kind. Die Tochter hat nicht mal Bezug zu Deutschland da ihre Eltern bereits vor 17 Jahren auswanderten. Da war sie nicht mal geboren. Nach 17 Jahren beschließt man also die Koffer zu packen und >zurück< zu gehen. 17 Jahre! Das habe ich bis jetzt noch nicht verstanden..
Zurück, vielleicht die Beschreibung von Vergangenheit? Oder doch eine Schrittfolge zurück in bekannte Gefilde die man kennt, liebt und/oder beherrschen kann? So revolutionär wir auch sind, ein wenig Alltag freut uns alle. Wenn die Bahn 08h00 kommt, wenn der Bäcker immer 07h00 öffnet – Leute die diese Umgebung verlassen gehen den “Schritt nach vorn”. Aber heißt es in dieser Ungewohntheit nicht zurecht zu kommen das man >zurück< geht?
Endgültig festschreiben kann man wohl nichts von allem. “Zurück” ist weder ein fester Ort noch eine Sache. Man kann es nicht allgemein beschreiben, es gut oder schlecht finden. Eigentlich existiert “zurück” nur als Wort um einen Schritt zum letzten Punkt zu beschreiben. Und doch ruft dieser Begriff bei mir so viel mehr aus als ein einfachen Punkt. Eine Theorie habe ich allerdings. In der Masse herrscht die Meinung wer “zurück kommt” der hat es nicht geschafft. Ich denke das ist falsch! Je öfter man zurück kommt, desto mehr hat man es probiert. Wer nichts probiert kann auch nicht zurück gehen.

 

Wirklich schlauer ist man jetzt nicht und dabei war das nur ein leichter Versuch die Dinge zu verstehen. Aber meistens sind es auch die einfachen Dinge die so schwer zu beschreiben sind.

Autor: twister
Datum: Mittwoch, 20. Februar 2008 22:29
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Ein Kommentar

  1. 1

    Ein muslimischer Mitbürger nannte während einer ´Nachtstudio`Sendung als Gegenteil von Zukunft den Begriff Herkunft. Der Moderator nannte spontan Vergangenheit.
    Und ich emfinde diesen Begriff der Herkunft auch hier im obigen KonText richtiger oder passender als alle anderen, die wirklich irgendwie nach Rückschritt oder Versagen klingen. Herkunft löst gleich ein anderes Gefühl, einen anderen Blickwinkel oder Standpunkt aus.;-)

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