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Where’s the road?

Montag, 31. August 2009 20:29

Mir geht irgendwie ein Gespräch nicht aus dem Kopf. Es muss Ende Juli gewesen sein als ich das letzte mit jemandem sprach die mittlerweile ausgewandert ist. Ich bin von Haus aus neugierig wie sich Menschen das trauen und was sie denken auf dem Weg. Wie der Prozess war zu sagen das die Heimat nicht mehr das ist was man braucht. Damals wurde mir entgegnet das “hier alles erreicht sei. Es würde hier nicht weitergehen”. Damals kam mir das schwer erwachsen vor, aber auch irgendwie so endgültig. Eine feste Meinung die man nicht einfach mal so ändern kann. Der Weg ist zu Ende an der Stelle und muss wohl woanders weitergehen. Wuhhaa, wenn man sowas hört hat man Respekt. Damals hab ich das aber irgendwie gar nicht gerafft und dachte es spricht ein Groll mit. Aber mittlerweile versteh ich das. Keine Ahnung was in dem einem Monat passiert ist. Vielleicht das Alleine Sein, die Zeit zum denken. Das Ordnen. Ich weiß es nicht. Aber krass, “der Weg hier ist zu Ende”. Nun flieg ich nächstes Jahr in die Staaten. Vielleicht findet man da ja die Fortsetzung, sieht das hier das Ende erreicht ist. Vielleicht merkt man das der Weg hier erst begonnen hat. Man wird es sehen. 2009 habe ich schon verdammt viel gelernt, unter anderem das man nicht alles gleich entscheiden kann – auch wenn man es vielleicht will. Das macht aber irgendwie auch ruhiger :) .

Thema: dailyblog, tiefgang | | Kommentare (0) | Autor: twister

Neustart Amerika

Montag, 26. Mai 2008 20:31

Reichlich Zeit ist vergangen seit dem letzten “7Q2″ Eintrag, meinem “Interview mit einer Hure” das mir so komische Suchbegriffe beschert haben.. ich kann euch sagen. Aber das Warten hat ein Ende. In den Weiten des Internets bin ich auf zwei Auswanderer gestoßen, die eigentlich ins Bild von “Goodbye Deutschland” passen würden. Aber dennoch haben sie weder darüber nachgedacht noch sich damit beschäftigt per TV Kamera auszuwandern. In die eigene Hand wurde also das Unternehmen “leave the land” genommen, ohne Show, mit ganz normalen Hindernissen. Und wie es dazu kam, was gerade ist und wie es kommen wird, das haben mir die beiden in einer kleinen Befragung verraten.

1. Wo und wie lebt ihr gerade?
Wir leben in Chandler, eine Stadt in der Nähe von Phoenix im Bundesstaat Arizona im Süd-Westen der USA (früherer Wilder Westen). Wir haben uns in einer wunderschönen Anlage ein 2 Bedroom Apartment gemietet. (In Deutschland würde man 3 Zimmer, Küche und 2 Bäder sagen.) Die Anlage ist Gated (Zutritt nur für Anwohner) und hat zwei sehr schöne Pools und ein Fitness Studio.

2.Warum gerade die USA?
Patricias Schwester lebt seit 17 Jahren hier in Chandler und so hatten wir durch unsere Urlaubsaufenthalte die Möglichkeit die Gegend und die Leute kennen zu lernen, bis wir uns 2005 entschlossen Deutschland den Rücken zu kehren. Hier in Arizona haben wir eine Lebensqualität, die uns Deutschland nie geben kann. (weniger Stress und Hektik, immer schönes Wetter. 330 Sonnentage im Jahr.) Wir arbeiten und leben dort, wovon andere träumen. Jeden Tag blauer Himmel und Palmen. Nach dem arbeiten entspannt man sich am Pool oder bei einem guten Essen. (geht in Deutschland nicht. Kein Pool und die Restaurants zu teuer.)

3. Warum habt ihr euch zu diesem Schritt entschlossen, wie waren die Beweggründe?
Für Patricia war es in erster Linie das Wetter. Für mich war es das das nicht mehr funktionierende System. Die Großen in Berlin stopfen sich ganz ungeniert die Taschen voll und der kleine Mann auf der Strasse weiß nicht, wie er das Geld für die nächste Miete zusammen bringen soll. Ich habe keine Hemmungen zu sagen, dass die Politiker in meinen Augen keine Volksvertreter sondern Volksverbrecher sind. Würde ich das gleiche machen wie die, würde man mich einsperren. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen kommt in mir die Wut hoch wenn ich nur an die Benzinpreise in Deutschland denke. In Deutschland ist alles vollkommen überteuert. Früher gab es mal das sogenannte Wuchergesetz. Das haben die Politiker schlauerweise mit Einführung des Euros abgeschafft, sonst hätten sie sich selber ins Knie geschossen. Patricia hatte einen eigenen Friseurladen und ich war in einer sehr guten Position in Deutschland angestellt. Es ging uns also verhältnismäßig gut, aber wir haben nicht eingesehen dass wir für die Faulenzer und Schmarotzer von denen es leider viel zu viele in Deutschland gibt, zum arbeiten gehen sollen. Ich möchte nicht diejenigen die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht arbeiten können angreifen, sondern die, die sich daheim einen schönen Tag machen und den deutschen Staat aussaugen wie einen Schwamm. Hier gehört der Hebel angesetzt, aber hier versagen unsere sogenannten Volksvertreter.

4. Kann man die Auswandershows mit dem “real life” vergleichen? Wo liegen die möglichen Fallen?
Die Auswandershows haben nichts mit dem „real life“ zu tun. Wir haben diese Shows angeschaut als wir noch in Deutschland waren und uns doch sehr gewundert, mit welcher „Blauäugigkeit“ manche Leute auswandern. Viele haben wenig oder gar keine Ersparnisse. Viele haben keine Sprachkenntnisse und denken, sie kommen damit zurecht. Sie werden mit Sicherheit scheitern. Es gehört eine sehr gute Vorbereitung zu diesem Schritt. Wir haben uns 2 Jahre auf unsere Auswanderung vorbereitet und nur deswegen hat alles so gut geklappt.

5. Ist das Leben leichter in den Staaten und warum?
Das Leben ist nicht leichter sondern in vielen Dingen einfacher. Zum einen gibt es hier nicht diese Abzocke wie in Deutschland und zum anderen denken die Menschen hier nicht so kompliziert wie die Deutschen. Gehe ich in Deutschland für 100 Euro einkaufen muss ich die Waren im Einkaufskorb suchen.
Gehe ich hier für 100 Dollar einkaufen, muss ich zweimal laufen um das Auto auszuladen. Geschenkt wird einem auch hier nichts. Man muss sich alles hart erarbeiten, aber hier wird Leistung und Fleiß belohnt, wie man an meiner beruflichen Kariere sehen kann. Auch bei Patricia ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie Manager ist. Die Vorzeichen von Seiten Ihrer Firma deuten darauf hin. Wenn wir von den Staaten reden meinen wir natürlich immer Arizona und in der Hauptsache die Gegend in der wir leben. In anderen Staaten der USA kann alles ganz anders sein.

6. Wie ist euer Blick nach fast einem Jahr auf Deutschland, anders als vor eurem Weggang?
Wir haben unseren Schritt bis heute nicht bereut und würden es jederzeit wieder machen. Wie gesagt. Gute Vorbereitung ist alles. Wenn wir lesen oder hören was im Moment in Deutschland mit den Preisen passiert, können wir nur den Kopf schütteln. Hier bestätigt sich was ich in letzter Zeit immer wieder gesagt habe: „Deutschland ist ein Kartenhaus was zusammenfallen wird und ich möchte nicht darunter stehen.“

7. Was soll die Zukunft bringen? Ein Schritt auf Zeit oder das Leben für immer?
Wir können uns aus heutiger Sicht nicht mehr vorstellen nach Deutschland zurück zu kehren, außer im Urlaub. Nächste Woche werden wir uns die ersten Häuser die zum Verkauf angeboten werden, anschauen.

Reinhardt und Patricia dokumentieren ihr Leben in Chandler/Arizona natürlich zeitgemäß auch im Internet ( Patricias Blog und die Familienseite). Die beiden zeigen uns den guten Weg, Abseits der Kameras und haben mir persönlich mal einen Einblick zwischen die beiden Shows “Goodbye Deutschland” und “Die Rückkehrer” gegeben. Leider bringt das Fernsehen nur die “Quotenbringer”. Also alle denen es leicht gelingt und auch nur bis sie wirklich angekommen sind. Durch Blog und Familienseite kann man nun auch verfolgen, was der Alltag bringt und das man auch in den Staaten arbeiten muss um Geld zu verdienen.
Ich hätte den beiden auch noch 20 Fragen stellen können. Manchmal ärgert mich das schon das meine Kategorie “seven questions to” heißt, aber besser kurz und knackig, als lang[weilig]. Die Schikos freuen sich natürlich auch auf ein volles Gästebuch.

Kurze Hintergrundfakten: Im Jahr 2007 haben 165.000 Menschen die Bundesrepublik verlassen, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Motiv ist häufig fehlende Arbeit. Klar vorn in der Zielsuche sind die Schweiz (20.000), die USA (14.000) sowie Polen und Österreich (je 10.000).

Thema: Fragen & Zitate | | Kommentare (6) | Autor: twister

Zurück – das Gegenteil von Zukunft?

Mittwoch, 20. Februar 2008 22:29

Irgendwie habe ich das Wort in letzter Zeit sehr oft gehört. Ob nun bei “Die Rückkehrer”, die Gegenshow zu “Den Auswanderern” oder auch an anderen Stellen. Das Wort steht für Rückschritt, für Altes und Bekanntes. “Wir gehen zurück nach Deutschland”, “Ich gehe zurück…” hat scheinbar immer was von “nicht geschafft”, “nicht gebracht” bzw. “nicht beendet” im Klang. Wo ist >zurück<? Einer der wenigen nicht definierten Orte auf der Welt ist jawohl >zurück<! Und so wenig man auch über dieses Wort, diesen Ort schreiben kann desto mehr drückt es doch das aus wonach man sich manchmal sehnt, davor Angst hat oder es besser nie gedacht hätte. Ist zurück wirklich immer zurück?
In dem Zusammenhang fällt mir die letzte “Die Rückkehrer” Show ein. Eine kleine Familie lebt auf einer spanischen Insel, Mutter, Vater,Kind. Die Tochter hat nicht mal Bezug zu Deutschland da ihre Eltern bereits vor 17 Jahren auswanderten. Da war sie nicht mal geboren. Nach 17 Jahren beschließt man also die Koffer zu packen und >zurück< zu gehen. 17 Jahre! Das habe ich bis jetzt noch nicht verstanden..
Zurück, vielleicht die Beschreibung von Vergangenheit? Oder doch eine Schrittfolge zurück in bekannte Gefilde die man kennt, liebt und/oder beherrschen kann? So revolutionär wir auch sind, ein wenig Alltag freut uns alle. Wenn die Bahn 08h00 kommt, wenn der Bäcker immer 07h00 öffnet – Leute die diese Umgebung verlassen gehen den “Schritt nach vorn”. Aber heißt es in dieser Ungewohntheit nicht zurecht zu kommen das man >zurück< geht?
Endgültig festschreiben kann man wohl nichts von allem. “Zurück” ist weder ein fester Ort noch eine Sache. Man kann es nicht allgemein beschreiben, es gut oder schlecht finden. Eigentlich existiert “zurück” nur als Wort um einen Schritt zum letzten Punkt zu beschreiben. Und doch ruft dieser Begriff bei mir so viel mehr aus als ein einfachen Punkt. Eine Theorie habe ich allerdings. In der Masse herrscht die Meinung wer “zurück kommt” der hat es nicht geschafft. Ich denke das ist falsch! Je öfter man zurück kommt, desto mehr hat man es probiert. Wer nichts probiert kann auch nicht zurück gehen.

 

Wirklich schlauer ist man jetzt nicht und dabei war das nur ein leichter Versuch die Dinge zu verstehen. Aber meistens sind es auch die einfachen Dinge die so schwer zu beschreiben sind.

Thema: tiefgang | | Kommentare (1) | Autor: twister

auf und davon!

Dienstag, 23. Oktober 2007 11:02

Ich frag mich wie die Skandis im Norden das aushalten? Bei manchen ist es ja bekanntlich an die 6 Monate dunkel. Dazu Kälte,Schnee, gefrorenes Wasser in der Leitung und einstürzende Heizsysteme. Also der Norden wäre wohl wirklich keine Alternative für mich! Klar gute Luft und Ruhe und so, aber ich bin wohl definitiv einer der Wärme nie gegen Kälte tauschen würde. Weiter südlich dann bei uns ein Mix der sich gerade noch aushalten lässt, aber wenn ich hier so früh aus dem Haus gehe, wünsch ich mir manchmal echt ich wäre in Florida,Brasilien oder Spanien geboren. Riecht zwar heftig nach Knobi dort, aber wenn man es selber ißt,… so what. Aber nicht nur ich denke so, sondern mittlerweile immer mehr Deutsche – auswandern! 155.000 Deutsche haben 2006 das Land verlassen. Einfach so! Um einen Traum zu leben, neuer Job, neue Liebe, neues Glück oder was auch immer. Ich find die Zahl wahnsinn, denn es sind 155.000 rauchende Köpfe die sich für Level 0 entscheiden wenn sie hier weggehen. Reset drücken und von vorn loslegen in der neuen Heimat. Die TV-Programme sind voll mit erfolgreichen Modellen, doch bin ich sicher das es nicht nur die Seite der Medaille gibt. Oder zeichnet es mich gerade als Deutschen aus, immer das Negative zu suchen und dann auch zu finden? In der Schweiz sind die Rechten die Regierung, in Österreich stehen die Berge, in den USA gibt es nur Naturkatastrophen und in England gibts..äh.. eben die Engländer. Keine Ahnung aber irgendwas scheinen die 155.000 ausgewanderten Deutschen anders zu denken als die Anderen oder vielleicht auch nur wie ich?!

Thema: dailyblog | | Kommentare (0) | Autor: twister