Sonntag, 7. Dezember 2008 19:34

Buchcover BOD Verlag
Meinen ausgeprägten Zwang Bücher zu kaufen ist ja bekannt, ab und an bekomm ich auch mal eins geschenkt. So wie das Buch vom BOD Verlag, einem Verlag bei dem jeder zum Autor werden kann. Und nur so kam ich zu einer Abschrift eines Krankheitsverlaufs das mir den Schauer über meinen Rücken laufen ließ. Zugegeben das Buch ist nicht von einem Profischreiber, es ist nicht besonders dick (155 Seiten) und die Autoren Jennifer Cranen schreibt wie ihr der Mund gewachsen ist. Aber genau das macht dieses Buch zu einem Gänsehautbringer! Da lebt eine 16 jährige in den Tag, bekommt immer öfter Halsschmerzen und dann die Diagnose: Krebs! Auf den weiteren Seiten beschreibt sie den Alltag, die Nebenwirkungen der Therapien und die Hoffnungen die sie sich macht. Davon das Freunde gehen und andere kommen auch in der Krankheit. Sie beschreibt den Aufwand der Familien, die Rücksichtnahme und das Leben mit der Krankheit. Das Buch gibt einen einzigen Grund zu hoffen. Und so erwischte ich mich dabei zu hoffen, zu hoffen das Jennifer ihre Krankheit besiegt obwohl bereits im Vorwort die Antwort darauf steht. Das schon spiegelt wider das es auch dem Verleger nicht um ein Buch ging dessen Ende wie ein Film aufgebaut sein soll,sondern ein aus dem Leben gegriffenes Berichterstatten – dessen Ende kein Happy End ist und nur zeigt wie vergänglich das Leben sein kann.
Gegen Ende des Buches kommt es zu einem Bruch im Buch. Denn nicht die Autorin selbst sondern ihre Schwester schreibt die letzten Seiten des Buches. Weil der gesundheitliche Zustand von Jennifer in den Wochen schlechter wurde. Die letzte Seite, die mit “Nachwort” überschrieben ist und wohl eines der letzten Fotos von Jenni vom Oktober 2004 zeigt wurde von ihrer Mutter verfasst, deren Stärke mich in dem kompletten Buch faszinierte. Am 16. November 2004 starb Jennifer Cranen nach einem langen und optimistisch geführten Kampf gegen eine Krankheit die übermächtig erscheint in diesem Buch. Und zuletzt kommen keine guten Ratschläge oder Dankesreden,Jennifer Cranen hat im Alter von 16 Jahren nach einem Qualen-Marathon folgendes als Abschied diktiert:
Ich will nicht, dass ihr weint und um mich trauert, sondern mit einem Glas Sekt darauf anstoßt, dass ich nun endlich alles überstanden haben und keine Schmerzen mehr ertragen muss. Denkt nur daran, dass es mir gut geht, und vergesst das Trauern!
-Quelle:Jennifer Cranen, ich will nicht,dass ihr weint-
Diese abschließende Nachricht lese ich immer wieder. Es ist Wahnsinn wie sehr einem die Krankheit zusetzt und wie viel Kraft man braucht. Ich habe beim Lesen eines Buches noch nie so mitgelitten wie mit Jennifer Cranen. Und mit dem ersten Lesen dieses Abschieds standen mir ehrlich gesagt die Tränen in den Augen!
Fazit: Ein Buch dessen Thema mitterweile so gesellschaftlich ist das man die Grausamkeit dabei verharmlost. Jennifer schreibt einfach, verrennt sich nicht in den Fragen warum sie getroffen wurde, warum sie so bestraft wurde sondern nimmt den Kampf auf. Gerade deswegen berührt es, dass Jenni den Kampf nicht am Ende doch verliert.
Jennys Webseite: www.crazyjenni.de
Jennys Webseite über die Krankheit: www.crazyjenni.de/meinekrebspage
Jennys Gedenkseite: www.crazyjenni.de/jennis_gedenkseite